Irving Penn – Earthly Bodies

„Vierteljährlich“ grüßt das Murmeltier: Auch im April ist wieder eine neue Ausgabe von Le Mile Magazine erschienen. In der aktuellen Ausgabe stelle ich den U.S.-amerikanischen Fotografen Irving Penn vor, dessen ausdrucksvolle Portrait-Fotografien derzeit in einer Retrospektive im Metropolitan Museum of Art, New York, zu sehen sind. Dem bereits zu Lebenszeiten gefeierten Perfektionisten gelang es solch Persönlichkeiten wie Truman Capote, Joe Louis und Pablo Picasso für seine Arbeiten zu gewinnen und sie in seinen sorgsam komponierten „Corner Portraits“ in völlig neues Licht zu „rücken“.

Obschon in den 1940er, 1950er und 1960er Jahren schnell zum Klassiker der Modewelt und des Kunstbetriebes aufgestiegen, war Penns Werdegang wenig vorbestimmt. Im Jahr 1917 als Kind einer russisch-jüdischen Migrantenfamilie in Plainfield, New Jersey, geboren, hatte Penn an der heutigen Philadelphia University of Arts studiert und zunächst eine Karriere als Maler ins Auge gefasst. Bei einer Reise nach Mittel- und Südamerika entpuppte er sich jedoch allenfalls als mittelmäßig begabt. Penn stürzte in eine Sinneskrise. Aus dieser befreite ihn erst Alexander Liberman, der Art Director der Vogue, der den Brodovitch Schüler im Jahr 1943 dazu überredete, die Disziplin zu wechseln und sich fortan der Fotografie zu widmen. Irving Penn sollte den Wechsel nie bereuen: Schon seine erste Farbfotografie fand sich auf dem Cover der Vogue wieder.

Wer Irving Penn in New York verpasst hat, darf sich trotzdem freuen: den Kuratoren zufolge soll die Ausstellung demnächst nach Berlin und München reisen.

Hübner, Andreas. „Irving Penn: Earthly Bodies“. Le Mile Magazine 23 (2017): 10–15.

Le Mile °21

LE MILE ISSUE 21 CoverMit dem Januar 2017 ist die neue Ausgabe des LE MILE Magazins erschienen. Pünktlich zu ihrem fünfjährigen Jubiläum bietet LE MILE damit wieder einen Überblick über das kontemporäre Geschehen in der Mode- und Kunstwelt. Während meine KollegInnen für die aktuelle Ausgabe u.a. die gegenwärtige Ausstellung im Solomon R. Guggenheim Museum vorstellen und ein Interview mit dem Helmut Lange Schüler Kostas Murkudis führten, durfte ich eine Schau des Fotografen Michael Kenna besprechen. Kenna, dessen Bilder derzeit in der Robert Mann Gallery, New York, zu sehen sind, lebt und arbeitet nach Stationen und Ausstellungen in London, Paris und Tokyo mittlerweile in Seattle. Im Kontrast zu vielen seiner Mitstreiter begeht Kenna den Prozess des Fotografierens weiterhin ausschließlich analog und stellt der oftmals diffusen Polyphonie digitaler Bildwelten eine puristische Bildsprache entgegen. Er fordert somit die globale Verdichtung und Beschleunigung der Moderne heraus und propagiert stattdessen eine Form von innerer Kontemplation. Dabei wohnt Kennas Fotografien ein wohltuendes und kreatives Sichversenken inne.

Bis zum 04. Februar bleiben die Türen der Robert Mann Gallery im Herzen Chelseas, New York, geöffnet und Michael Kennas Fotografien der interessierten Öffentlichkeit zugänglich.

Hübner, Andreas. „Michael Kenna: Visual Haiku Poems“. Le Mile Magazine 21 (2017): 38–41.